FUCK SÜGIDA http://fucksuegida.blogsport.de Wed, 18 Mar 2015 12:52:45 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Suhl: Auch der neunte und vorerst letzte SÜGIDA-Marsch verlief nicht ungestört http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/18/suhl-auch-der-neunte-und-vorerst-letzte-suegida-marsch-verlief-nicht-ungestoert/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/18/suhl-auch-der-neunte-und-vorerst-letzte-suegida-marsch-verlief-nicht-ungestoert/#comments Wed, 18 Mar 2015 12:44:16 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/18/suhl-auch-der-neunte-und-vorerst-letzte-suegida-marsch-verlief-nicht-ungestoert/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Am vergangenen Montag, den 16. März, fand in Suhl der vorerst letzte SÜGIDA-Aufmarsch statt – erneut begleitet von Gegenprotesten. Diesmal haben sich 50–80 Antifaschisten spontan auf der Friedrich-König-Straße den Nazis entgegen gestellt.

Naziaufmarsch

Nachdem die Teilnehmerzahlen bei SÜGIDA in den letzten Wochen kontinuierlich zurückgegangen sind, fanden sich diesen Montag noch einmal etwa 400 Nazis und andere Rassisten auf dem Platz der Deutschen Einheit zusammen, um dem letzten SÜGIDA-Aufmarsch beizuwohnen. Auch die Organisatoren fuhren für Suhl ein letztes Mal alles an Rednern auf, was sie zu bieten hatten. Zum großen Finale sprachen Tommy Frenck, Patrick Schröder, ein gewisser als alter Herr aus Hessen angekündigter Peter, Heiko Bernardy, der wegen seinem ersten Auftritt bei SÜGIDA seine Anstellung als Mitarbeiter der AfD-Abgeordneten Corinna Herold und den Posten des Kreisvorsitzenden der AfD-Südthüringen verlor, und – natürlich – Schreihals David Köckert. Stargast des Abends war Karl Richter aus Bayern, der – das unterschied ihn von den restlichen Rednern des Tages und der Wochen davor – das erste Mal bei SÜGIDA sprach. Das NPD-Mitglied Karl Richter sitzt seit 2008 für die „Bürgerinitiative Ausländerstopp München“ im Münchener Stadtrat und ließ bereits bei seiner Vereidigung als Stadtratsmitglied keinen Zweifel daran, wes Geistes Kind er ist, als er dort die rechte Hand zum Hitlergruß hob. Das Podium auf dem Platz der Deutschen Einheit nutzte er, um unter Beschwörung der Volksgemeinschaft und der Betitelung des Aufmarsches als Wunder dem Mob ordentlich einzuheizen. Doch nicht nur inhaltlich, sondern auch bezüglich seines Tonfalls und seiner Gestik rief seine Rede unliebsame Assoziationen hervor.

Den Abschluss der Auftaktkundgebung bildete wie immer das Singen des Deutschlandliedes in allen drei Strophen, bevor sich die Ankündigung, diesmal eine „komplett neue Route“ zu laufen, bestätigte. Zum ersten Mal nach über zwei Monaten zogen die Sügidisten vom Platz der Deutschen Einheit nicht nach links ab – dort versperrten Antifaschisten den Weg –, sondern nach rechts in Richtung Lauterbogencenter über den Steinweg, die Bahnhofstraße, und schließlich von der Dr.-Theo-Neubauer-Straße um das Congess-Centrum-Suhl (CCS) zurück auf den Platz der deutschen Einheit, wo das offene Mikrofon eröffnet wurde.

Gegenproteste

Auf dem Suhler Markt fanden sich diese Woche etwa 100–150 Menschen zur Kundgebung von NoSügida zusammen. Dort eröffnete Elke Pudszuhn (VVN-BdA) die Veranstaltung. Sie erinnerte an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und gedachte, anlässlich der zeitlichen Nähe zum Jahrestag, an die im Kampf gegen den faschistischen Kapp-Putsch vor 95 Jahren gefallenen März-Kämpfer. Es sprach neben anderen außerdem eine Vertreterin des NoThügida-Bündnisses, bevor sich gegen 18:45 Uhr der wöchentliche Demonstrationszug vom Markt in Richtung CCS in Bewegung setzte.

Parallel dazu sammelten sich allmählich einige Antifaschisten, um einen spontanen Protest gegen SÜGIDA zu koordinieren und schließlich gemeinsam zur Friedrich-König-Straße auf Höhe des Cineplex zu laufen, um dort den Sügida-Marsch zu stören und auf der bis dato immer gelaufenen Route zu blockieren. Die die komplette vierspurige Straße einnehmende Blockade wurde eiligst von Polizisten umzingelt und übertönte von dort aus den Auftakt des Marsches der Sügidisten, die sich in eine andere Richtung in Bewegung setzten – ob so geplant oder durch die Blockade dazu gezwungen, ist unklar, wobei das vergleichsweise gelassene Vorgehen der Polizei auf ersteres schließen lässt. Man verweilte hier, bis der Aufmarsch in unmittelbarer Nähe durch die Dr.-Theo-Neubauer-Straße vorbei zog, um noch einmal lautstarken Protest zu äußern.

Fazit

Zum letzten Aufmarsch vermochte man es auf Seiten von SÜGIDA noch einmal ein paar Leute mehr zu mobilisieren. An die Anfangserfolge konnte man allerdings bei weitem nicht anknüpfen. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche rassistischen Mobilmachungen Ausdruck eines ernstzunehmenden gesellschaftlichen Problems sind und nicht zuletzt für Flüchtlinge vor Ort eine akute Gefahr darstellen. Deswegen gilt es auch weiterhin sich derartigen Aufmärschen in den Weg zu stellen und so einen adäquaten Umgang mit Rassisten zu pflegen. Wir sind es indes leid, darauf hinzuweisen, dass man Rassismus durch Dialogbereitschaft nur diskutabel macht – und tuen es aus gegebenem Anlass trotzdem erneut –, sodenn es auch nur aus einer privilegierten Position als anerkannter Volksdeutscher überhaupt möglich ist, in einen Dialog mit Rassisten zu treten, ohne sich der Gefahr für die körperliche Unversehrtheit, die von solchen Menschen ausgeht, auszusetzen und so gleichzeitig diese Gefahr zu relativieren. In der nächsten Woche treffen sich die Rassisten als THÜGIDA in Erfurt wieder. Wohin es danach weiter geht, ist noch unklar.

Chronik bisheriger Aufmärsche & Proteste

12. Januar 2015: Größter Thüringer Naziaufmarsch seit fast 5 Jahren
19. Januar 2015: Antifaschistische Proteste gegen zweiten SÜGIDA-Aufmarsch
26. Januar 2015: 800 Teilnehmer bei drittem SÜGIDA-Aufmarsch
02. Februar 2015: Proteste in unmittelbarer Nähe zum vierten SÜGIDA-Aufmarsch
09. Februar 2015: Fünfter SÜGIDA-Marsch in Folge begleitet von Gegenprotesten
16. Februar 2015: Sügida fällt aus; trotzdem 100 TeilnehmerInnen am Rosenmontag bei „Bunte Nasen gegen SÜGIDA“
23. Februar 2015: Proteste von zwei Seiten gegen den sechsten Sügida-Aufmarsch
02. März 2015: Alles wie gehabt beim siebten SÜGIDA-Aufmarsch
09. März 2015: SÜGIDA zum achten Mal in Suhl von Protest begleitet
16. März 2015: Auch der neunte und vorerst letzte SÜGIDA-Marsch verlief nicht ungestört
Zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit SÜGIDA und den Protesten dagegen : „Gegen Deutschland und seine Brut“, Januar 2015 & „Nie wieder Deutschland“, März 2015

Bilder

Sügida Nazis Europäische Aktion Suhl

Nazi Suhl Sügida

No Sügida Marktplatz Gegenprotest Suhl

Sügida Nazis Suhl

Antifa Suhl/Zella-Mehlis Gegenprotest Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Antifaschistischer Protest Suhl Fuck Sügida Antifa Suhl/Zella-Mehlis

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Letzte Infos für letzte SÜGIDA am 16.03.2015 http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/letzte-infos-fuer-letzte-suegida-am-16-03-2015/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/letzte-infos-fuer-letzte-suegida-am-16-03-2015/#comments Mon, 16 Mar 2015 11:57:35 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/letzte-infos-fuer-letzte-suegida-am-16-03-2015/ Karte:

Die aktuelle Aktionskarte (Route der Nazis von den letzten zwei Wochen, aktuelle Route folgt) gibt es hier:

Fuck Sügida Karte

Es wird vor Ort einige ausgedruckte Exemplare geben, jedoch empfiehlt es sich schon eine Karte mitzuführen.

Aktionsticker:

Nutzt den Hashtag #nosügida für Twitter und Facebook. Einen Ticker wird es für dieses Mal auf der Facebookseite der Antifa Gruppen Südthüringen geben.

Bisher bekannte Informationen:

- Die Nazis mobilisieren für 18:30 auf den “Platz der deutschen Einheit”
- Der Aufmarsch soll 20:00 starten
- Die Route der Nazis hat sich nochmals geändert. Informationen zur neuen Route im Laufe des Tages oder auf Facebook.
- es wird vom Marktplatz eine Demonstration von No Sügida zum CCS geben

Gemeinsame Anreise:

- Jena: Treffpunkt 15:30 am Westbahnhof (Abfahrt: 15:39)
- Weimar: Abfahrt 15:58 Gleis 4
- Erfurt: Abfahrt 16:49 Gleis 8a

Bezugsgruppen:

Reist in Bezugsgruppen an und versucht aufeinander aufzupassen. Einen Reader mit hilfreichen Tipps gibt es hier: Teil 1 & Teil 2

Repression:

Bei Repressionen im Nachgang von Aktionen gegen SÜGIDA, wendet euch an die Rote Hilfe Südthüringen.
Zum Umgang mit Cops und Repression hier einige hilfreiche Tipps.
Keine Aussage bei Cops oder anderen Staatsdienern!

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http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/letzte-infos-fuer-letzte-suegida-am-16-03-2015/feed/
Suhl: SÜGIDA geht in ThüGIDA auf http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/suhl-suegida-geht-in-thuegida-auf/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/suhl-suegida-geht-in-thuegida-auf/#comments Mon, 16 Mar 2015 11:51:02 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/16/suhl-suegida-geht-in-thuegida-auf/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Am 16. März wird der vorerst letzte SÜGIDA-Aufmarsch in Suhl stattfinden. Danach soll es mit ThüGIDA jede Woche in einer anderen Thüringer Stadt weitergehen, als erstes am 23. März in Erfurt.



Vorerst letzter SÜGIDA-Aufmarsch

Kurz nach dem letzten Rassisten-Aufmarsch am Montag dieser Woche kündigte SÜGIDA ihre vorerst letzte Zusammenkunft in Suhl an. Diese findet am 16. März statt, an dem wieder eine neue Route gelaufen werden soll. Der Ankündigung (wie immer, fast alles in Großbuchstaben geschrieben, was wie ein Kleinkind wirkt, welches schreien muss aus Angst, nicht gehört zu werden) sind als Redner alle zu entnehmen, die schon in den letzten Wochen immer wieder ihre Hetze verbreitet haben gegen Asylbewerber_innen, Muslime und andere Menschen, die nicht in ihr weißes und deutsches Weltbild passen: David Köckert, Tommy Frenck und Patrick Schröder. Weiterhin werden Karl Richter und Axel Schlimper angekündigt. Ersterer ist Mitglied der NPD und des Münchner Stadtrates für die Bürgerinitiative Ausländerstopp. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, wegen Zeigen eines Hitlergrußes während der Vereidigung im Stadtrat. Schlimper ist Liedermacher, welcher schon öfter auf Nazikonzerten in Thüringen gespielt hat, unter anderem auch bei Kundgebungen des Bündnis Zukunft Hilburghausen (BZH) von Tommy Frenck. Weiterhin hat er die Funktion des „Gebietsleiters“ der „Europäischen Aktion“ (EA) in Thüringen inne. Die EA ist ein europaweites Netzwerk von Holocaust-Leugnern, die in Deutschland vier „Informationsstellen“ hat, eine davon ist in Thüringen (weitere Informationen zu Schlimper und der EA in Thüringen bei thueringen-rechtsaussen). Auch soll es dieses Mal wieder eine neue Route geben.

ThüGIDA

Unter anderem um den immer weiter sinkenden Teilnhehmerzahlen in Suhl entgegenzuwirken, entschied man sich, die rassistischen Aufmärsche auf ganz Thüringen auszuweiten und das Ganze „ThüGIDA – Gegen die Überfremdung unserer Heimat“ zu nennen. Unter diesem Namen soll montags abwechselnd in verschiedenen Städten in Thüringen marschiert werden. Starten soll es am 23. März in Erfurt. Bei ThüGIDA lässt man gleich die Chiffren „Islamisierung“ und „Abendland“ weg und schreibt, was man eh die ganze Zeit meinte: Überfremdung und (deutsche) Heimat. Man macht sich also gar nicht mehr die Mühe die ordinäre Fremdenfeindlichkeit im Namen zu verdecken. Das wird auch bei ihrem Symbol deutlich: Sie verwenden ein ähnliches wie Pegida, nur dass da anstatt eines Menschen der Thüringer Löwe Symbole in einen Mülleimer wirft und das Hakenkreuz im Müll durch das „Refugees welcome“-Symbol ersetzt wurde.

In Zukunft werden also die abstiegsgeängstigten Deutschen montags nicht mehr in Suhl, sondern immer wieder in anderen Thüringer Städten aufmarschieren. Es ist anzunehmen, dass die Städte danach ausgesucht werden, wo die angebliche Überfremdung durch Aslybewerberheime besonders groß sei, wo man also eine erhöhte Konkurrenz um die wenigen Arbeitsplätze oder um Wohnraum sieht. Das Gerede von „Heimat“ oder „Abendland“ soll dem eigenen Wohlstandschauvinismus und „Futterneid“ (Wolfgang Pohrt) dabei nur höhere Weihen verleihen.

Auch weiterhin gilt es, sich den Nazis in jeder Stadt in den Weg zu stellen, ihre Aufmärsche zu stören oder zu verhindern und sich mit den Flüchtlingen vor Ort und überall zu solidarisieren. Dabei sollte sich die radikale Linke aber nicht zum Teil des Aufstandes der Anständigen machen, dem es nur darum geht, Deutschland als offen und bunt anzupreisen, dann aber doch immer weiter abzuschieben und Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen.

Bilder

Pegida Sügida Thügida

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Suhl: Nicht in unserem Namen! http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/14/suhl-nicht-in-unserem-namen/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/14/suhl-nicht-in-unserem-namen/#comments Sat, 14 Mar 2015 12:51:34 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/14/suhl-nicht-in-unserem-namen/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Bei den vergangenen Protesten gegen den SÜGIDA-Aufmarsch in Suhl entschlossen sich Leute aus dem Anti-Nazi-Bündnis NOSÜGIDA mit den Nazis in Dialog zu treten, per Megafon und Lautsprecher-Anlage zum einen, zum anderen aber auch direkt auf der Bühne von SÜGIDA. Wir halten das für einen fatalen politischen Fehler.

Bei den vergangenen Protesten gegen den SÜGIDA-Aufmarsch in Suhl entschlossen sich Leute aus dem Anti-Nazi-Bündnis NOSÜGIDA mit den Nazis in Dialog zu treten, per Megafon und Lautsprecher-Anlage zum einen, zum anderen aber auch direkt auf der Bühne von SÜGIDA. Wir halten das für einen fatalen politischen Fehler.

„Muss man an jeder Mülltonne schnuppern?“, fragte einmal Wiglaf Droste in einem über weite Strecken großartigen Text aus dem Jahr 1993 zum Thema, ob man denn mit Nazis reden solle. Zwei Mitglieder des Suhler Anti-Nazi-Bündnisses haben das getan und zwar nicht nur über die Ferne per Megafon & Lautsprecher-Anlage, sondern auf der Bühne der Faschisten. Seit Wochen stehen sich Nazis und Gegenproteste am Platz der deutschen Einheit unversöhnlich gegenüber. Inzwischen scheint zwischen einzelnen Akteuren beider Seiten das Eis gebrochen. Neben Superintendent Martin Herzfeld stand am vergangenen Montag auch der Linkspartei-Funktionär Johannes Häfke bei SÜGIDA auf der Bühne, um mit Patrick Schröder, Axel Schlimper & Co. über Rassismus zu diskutieren.

Uns stellt sich die Frage nach dem Warum.

Was verspricht man sich dabei, mit dem harten Kern der faschistischen SÜGIDA-Organisatoren in eine öffentliche Debatte zu treten? Welches Verständnis rassistischer Ideologie liegt solcher Praxis zugrunde? Muss man einem sächselnden Holocaustleugner indirekt Recht geben, wenn er gegen Israel hetzt und man nichts anderes zu antworten weiß als, dass grad keine Israelfahne in den Reihen der Gegendemonstranten gezeigt wird (die israelsolidarische Antifa protestierte in der Aue)? Häfke hat das getan. Er ist mit Nazis in den Dialog getreten und hat nicht widersprochen als der jüdische Staat zum Hort des Bösen erklärt wurde. Freilich wäre es sinnlos gewesen, das antisemitische Ressentiment aufzuklären, weil ein Holocaustleugner und Überzeugungsnazi ohnehin nicht aufzuklären ist, weil seine ganze selektive Wahrnehmung der Welt darauf ausgerichtet ist, sich jede, das eigene Weltbild konterkarierende, Einsicht vom Leib zu halten, weil stimmt, was Wiglaf Droste schreibt: „Niemand wählt Nazis oder wird einer, weil er sich über deren Ziele täuscht, – das Gegenteil ist der Fall; Nazis sind Nazis, weil sie welche sein wollen. Eine der unangenehmsten deutschen Eigenschaften, das triefende Mitleid mit sich selbst und den eigenen Landsleuten, aber macht aus solchen Irrläufern der Evolution arme Verführte, ihrem Wesen nach gut, nur eben ein bißchen labil etc., ‚Menschen‘ jedenfalls […] ‚um die wir kämpfen müssen‘.“ Wollte Häfke um den Antisemiten Axel Schlimper und seinen wegen öffentlichen Zeigen des Hitlergrußes verurteilten Kameraden Patrick Schröder kämpfen oder wurde Häfke zum Opfer der eigenen Hybris?

Bei Häfkes Fernduellen per Megafon mit Axel Schlimper auf der SÜGIDA-Bühne jedenfalls entstand der Eindruck, Häfke würde für mehr als für sich selber sprechen. Nämlich für die, die jede Woche SÜGIDA in Suhl die Stirn bieten oder etwa für das Bündnis, das die Proteste vorbereitet und deren formaler Teil auch wir sind. Dem wollen wir an dieser Stelle ausdrücklich widersprechen. Wer sich verbal mit Nazis duellieren will, soll das tun, aber er soll seine Querfront-Allüren woanders ausleben, als aus einem antifaschistischen Protest heraus. Sie sprechen nicht in unserem Namen!

Wir lehnen jeden Versuch ab, Nazis eine Plattform zu verschaffen, ihre Ideologie, ihren Menschenhass als legitime Meinungsäußerungen und ihre Taten als dessen Ausdruck zu verharmlosen. Wir wollen nicht mit Nazis reden, wir wollen sie daran hindern, das zu tun, was Nazis eben tun. Ihre verbalen und tätlichen Angriffe auf Geflüchtete und deren Unterkünfte gilt es zu verhindern. Der Verschärfung des politischen Klimas gilt es entgegenzuwirken und somit der Entwicklung Einhalt zu gebieten, die aus Normaldeutschen Nazis macht. Wer meint, das geht, indem man mit den Anführern und stichwortgebenden Demagogen auf deren Bühnen in Dialog tritt, handelt bestenfalls naiv und begeht einen schweren politischen Fehler.

Ansonsten haben wir bis hierhin den Worten Wiglaf Drostes nichts hinzuzufügen: „Verbaler Antifaschismus ist Käse. Militant soll er sein, vor allem aber erfolgreich. Wenn sich dabei herausstellen sollte, daß er sich gegen 50, 60, 70, 80 oder 90 Prozent des deutschen Volkes richtet, dann ist das eben so. Wo Nazis ‚demokratisch‘ gewählt werden können, muß man sie nicht demokratisch bekämpfen.“

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Suhl: SÜGIDA zum achten Mal in Suhl von Protest begleitet http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/13/suhl-suegida-zum-achten-mal-in-suhl-von-protest-begleitet/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/13/suhl-suegida-zum-achten-mal-in-suhl-von-protest-begleitet/#comments Fri, 13 Mar 2015 13:16:16 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/13/suhl-suegida-zum-achten-mal-in-suhl-von-protest-begleitet/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Ein weiterer Montag ist Vergangenheit und zum inzwischen achten Mal hat sich in Suhl der deutsche Mob aus altgedienten und jungen Nazis durch die Straßen geschleppt. Auf der anderen Seite lief man für ein buntes Südthüringen durch die Innenstadt. Rund 30–40 Antifaschisten störten den Marsch der Rassisten an ihrer Route.



Naziaufmarsch

Wie schon in den Wochen zuvor traf sich auch diesen Montag in Suhl die geballte Kraft an (Süd-)Thüringer Nazis und Rassisten zum gemeinsamen Event SÜGIDA. Mittlerweile verzeichnet der Aufmarsch nur noch leicht sinkende Teilnehmerzahlen. Mit rund 200–250 Teilnehmern waren es in dieser Woche nur etwas weniger als in der Woche zuvor.

Dieses mal war Patrick Schröder groß als Redner angekündigt. Der Neonazi, der zwar schon von Anfang an dabei war und schon bei vorherigen SÜGIDA-Aufmärschen seinen Beitrag zur verblödenden Demagogie der Rassisten beitrug, wurde vermutlich aus zwei Gründen als Highlight angekündigt. Zum einen wegen seines unersättlichen Drangs nach Selbstprofilierung und zum anderen konnte nicht schon wieder David Köckert als Hauptact angekündigt werden. Köckert, welcher aktuell bei jeder rassistischen Mobilmachung in Thüringen mitwirkt, war ebenfalls wieder angereist, um den Mob auf dem Platz der deutschen Einheit mit seinem Hitler-Geschrei anzupeitschen und mit dem Überschlagen seiner Stimme wie beim Wutanfall eines 14-jährigen pubertierenden Teenagers die Anwesenden zu nerven. Vom Kampfgeist, den Köckert und Co. heraufbeschworen hatten, war später nicht viel zu sehen. Der Trend aus den vergangenen Veranstaltungen setzte sich fort. Während des Marsches zogen die Teilnehmer von SÜGIDA gelangweilt und still durch die Straßen von Suhl. Nur wenn die vermeintliche „Lügenpresse“ oder die „Volksverräter“ in der Nähe waren, konnten noch Kräfte mobilisiert werden, die ewig gleichen Parolen zu krakeelen.

Neben den üblichen lokalen Nazis aus Südthüringen und Franken, die sich an der Organisation von SÜGIDA beteiligten, gesellte sich bereits vor einiger Zeit auch Ringo Köhler aus Piesau hinzu, welcher u.a. den Naziaufmarsch am 1. Mai in Saalfeld mitorganisiert und über längere Zeit beim „Freien Netz Saalfeld“ aktiv war. Er war maßgeblich an der Organisation des „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Kahla beteiligt.

Gegenproteste

Auch an diesem Montag versammelten sich rund 120 Menschen auf dem Suhler Marktplatz unter dem Motto „Südthüringen bleibt bunt“. Dort verlas ein Vertreter des NoSügida-Bündnisses ein Pamphlet, welches die inhaltliche Ausrichtung des Bündnisses abstecken sollte. Dass sich das Bündnis für Flüchtlinge einsetzen möchte, ist zwar sicherlich gut gemeint, erscheint jedoch bei den folgenden Formulierungen und der gewünschten Umsetzung nicht zielführend. Ein „verbessertes und schnelleres Asylverfahren“, wie es da zum Beispiel gefordert wird, könnte genau so gut eine Forderung von AfD oder SÜGIDA sein, denn es bedeutet nichts weiter, als eine schnellere Kategorisierung von Menschen nach ihrer Verwertbarkeit und schlussendlich die schnellere Abschiebung zurück in das noch größere Elend, aus dem die Flüchtlinge kamen. Der Zusatz, man fordere ein „faires und gerechtes Einwanderungsgesetz bei dem Menschen nicht nach ihrem vermeintlichen Nutzen für die Bundesrepublik bewertet werden“, scheint den Zusammenhang, in dem die rassistische Asylpolitik in Europa und die kapitalistische Verwertungslogik stehen, auszublenden. Ein weiterer Punkt, den NoSügida in ihrem Schreiben anspricht, ist die Ablehnung von der „Kriminalisierung von friedlichen Protest gegen Rechts seitens konservativer Parteien“ und das „Ausklammern von Gesellschaftskritikern durch die Extremismus-Theorie.“ Nur wissen wir nicht, was außerhalb des friedlichen Protestes dagegen spricht sich aktiv gegen Nazis und Polizei zur Wehr zu setzen. Denn wo Nazis und Staat Gewalt als legitimes Mittel ansehen, um gegen „Gesellschaftskritiker“ vorzugehen, sollte es auch ein legitimes Mittel sein, sich gegen diese Angriffe adäquat zu verteidigen. Während man im weiteren Verlauf des Schreibens „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Auschwitz!“ fordert, wird ein paar Sätze später „jede Art von Krieg, kriegerische Auseinandersetzung und Gewalt egal wo, egal von wem und egal aus welchem Motiv“ abgelehnt und verurteilt. Vergessen ist dabei folgende Wahrheit: Nicht durch Frieden oder durch Pazifismus ist es gelungen, Auschwitz und andere Konzentrationslager zu befreien und dem industriellen Morden der Deutschen ein Ende zu bereiten, sondern nur durch alliiertes Kriegsgerät, Panzerfeuer und die Bombardierung Deutschlands. Wer das vergisst, spuckt jedem gefallenen alliierten Soldaten, Partisanen und Widerstandskämpfer nachträglich auf sein Grab. Diese Form des Pazifismus macht nicht nur blind für jene Konflikte, die im gegenwärtigen Gesellschaftszustand eben nur militärisch zu lösen sind (die Selbstverteidigung Israels oder die Abwehr der IS-Faschisten im Irak und in Syrien), sondern stellt sich automatisch auf die Seite der legitimierten staatlichen Gewalt, eben des Abschiebestaates.

Dass NoSügida die Extremismus-Doktrin ablehnt, aber im gleichen Atemzug von „Rechtsextremen“ im Sinne der Extremismus-Doktrin spricht, ist vermutlich ein Zeichen dafür, dass sich das Bündnis schwer dabei tut, die Teilnehmer von SÜGIDA als das zu benennen, was sie sind: Rassisten und Nazis. Nach einigen Minuten der Rede und selbstgefälligem Applaus war auch das überstanden.

Im Anschluss an die 45-minütige Kundgebung demonstrierte das Bürgerbündnis wieder durch die Innenstadt bis vor das CCS, wo sie, unterstützt durch eine Samba-Truppe, lautstark gegen SÜGIDA demonstrierten. Eben diese Samba-Truppe bekam es später noch mit der Polizei zu tun, die einen reibungslosen Ablauf der Naziveranstaltung nicht durch den Lärm von Trommeln gefährden wollte. Wie bereits in der Woche zuvor war den Ordnungsbehörden daran gelegen, dass die rassistischen Hetze von SÜGIDA weiter klar und deutlich zu verstehen sind.

Am Rande des ganzen Prozederes versammelten sich rund 30–40 Antifaschisten, welche im Vorfeld der Protestaktionen im Wohngebiet der Suhler Aue II Flyer verteilten, die an die Empathie der dort wohnenden Kartoffeln gegenüber den Flüchtlingen in Suhl appellierten und über die Gefahren aufklärten, die vom marodierenden deutschen Mob ausgehen. Entlang der Route der Nazis konnte es so geschafft werden, den Naziaufmarsch lautstark zu stören.

Inzwischen gibt es nach den Aufmärschen auf dem Platz der deutschen Einheit ein „offenes Mikro“, das es jedem Teilnehmer ermöglicht, die eine oder andere Scheußlichkeit auszusprechen und sich vom Mob dafür feiern zu lassen. Dieses Mal nutzten fatalerweise auch zwei Vertreter des NoSÜGIDA-Bündnisses die Möglichkeit, mit Nazis ins Gespräch zu kommen. Das ging gehörig schief, weil, wie wir nicht müde werden dürfen, zu betonen, die Nazis nicht dort sind, um irgendetwas zu begreifen oder sich zu Mitgefühl fähig zu zeigen, sondern um ihre Ressentiments zu pflegen und sich in der Masse Bestätigung für die eigene Menschenverachtung zu suchen. Gegen den geschulten Menschenfeind Patrick Schröder kam man nicht an und verschaffte sich eine denkbar schlechte Ausgangsposition, wenn künftig Nazis auf den NoSÜGIDA-Veranstaltungen sprechen wollen.

Fazit

Mittlerweile kündigen die Nazis von SÜGIDA einen thüringenweiten Zusammenschluss unter dem Namen ThüGIDA an. Inwieweit eine solche Vernetzung sich auf die Naziaufmärsche in Suhl auswirken wird, bleibt offen. Für diese Woche hatten es die Nazis nicht geschafft, ihre sinkenden Teilnehmerzahlen wirksam entgegenzuarbeiten. Ob in Zukunft in anderen Städten von Seiten der Rassisten demonstriert wird , oder ob es zukünftig weiter in Suhl Demonstrationen gibt, bleibt offen. Für weitere Infos dazu checkt den Blog des Fuck-Sügida Bündnisses.

Bilder

No Sügida Suhl

Suff Nazis Suhl SÜGIDA

Antifa Protest Suhl Fuck Sügida

Nazi Ringo Köhler Piesau Kahla Saalfeld Sügida Suhl

Nazis Sügida Suhl

Benjamin Günther Nazi Dröbischau Sügida Suhl

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl SÜGIDA

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl SÜGIDA

Nazis Suhl Sügida

Nazis Suhl Sügida

Flyer

Antifa Flyer Suhl

Antifa Flyer Suhl Rückseite

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http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/13/suhl-suegida-zum-achten-mal-in-suhl-von-protest-begleitet/feed/
Letzte Infos für 9. März 2015 http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/09/letzte-infos-fuer-9-maerz-2015/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/09/letzte-infos-fuer-9-maerz-2015/#comments Mon, 09 Mar 2015 10:35:08 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/09/letzte-infos-fuer-9-maerz-2015/ Karte:

Die aktuelle Aktionskarte gibt es hier:

Aktionskarte Suhl Fuck Sügida

Es wird vor Ort einige ausgedruckte Exemplare geben, jedoch empfiehlt es sich schon eine Karte mitzuführen.

Infotelefon:

Es wird dieses Mal nur ein Infotelefon geben, und zwar das vom Fuck Sügida-Bündnis. Die Nummer lautet: 0152 – 169 600 97
Hier könnt ihr aktuelle Infos weitergeben oder bekommen.

Aktionsticker:

Nutzt den Hashtag #nosügida für Twitter und Facebook.

Bisher bekannte Informationen:

- Die Nazis mobilisieren für 18:30 auf den “Platz der deutschen Einheit”
- Der Aufmarsch soll 20:00 starten
- Die Route der Nazis hat sich geändert.Die Nazis werden wie in der vergangenen Woche durch das Wohngebiet Aue laufen. Die Route ist über die Würzburgerstraße bis Ecke Auhammerweg, über Auenstraße zurück auf die Würzburgerstraße sein. (siehe Aktionskarte)
- es wird vom Marktplatz eine Demonstration von No Sügida zum CCS geben

Gemeinsame Anreise:

- Jena: Treffpunkt 15:30 am Westbahnhof (Abfahrt: 15:39)
- Weimar: Abfahrt 15:58 Gleis 4
- Erfurt: Abfahrt 16:49 Gleis 8a

Bezugsgruppen:

Reist in Bezugsgruppen an und versucht aufeinander aufzupassen. Einen Reader mit hilfreichen Tipps gibt es hier: Teil 1 & Teil 2

Repression:

Bei Repressionen im Nachgang von Aktionen gegen SÜGIDA, wendet euch an die Rote Hilfe Südthüringen.
Zum Umgang mit Cops und Repression hier einige hilfreiche Tipps.
Keine Aussage bei Cops oder anderen Staatsdienern!

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Suhl und überall: Nie wieder Deutschland! http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-und-ueberall-nie-wieder-deutschland/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-und-ueberall-nie-wieder-deutschland/#comments Sat, 07 Mar 2015 12:40:27 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-und-ueberall-nie-wieder-deutschland/ nie wiederdeutschland

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Bei den Gegenveranstaltungen zu den SÜGIDA-Aufmärschen in Suhl wurde anlässlich von Auseinandersetzung um die „Nie wieder Deutschland“-Rufe bei den Protesten ein Flyer verteilt und verlesen, der, indem er der Frage, was deutsch ist, nachgeht, diese Forderung begründet.

Deutschland? Nie wieder!

Nirgendwo in zivilisierten Ländern ist so wenig Grund zum Patriotismus wie in Deutschland, und nirgendwo wird von den Bürgern weniger Kritik am Patriotismus geübt als hier, wo er das schlimmste vollbracht hat. […] Unansprechbar, weil unreflektiert und von keinem vernünftigen Grund gestützt, vom Westen schlau die Reputation erborgend, man sei ein liberales Volk, man teile die politische Geschichte mit der freien Welt, schickt man sich an, der Freiheit den nächsten Streich zu spielen. Die Kotaus [=Verneigungen] vor den Widerstandskämpfern, die offiziellen Absagen an den Antisemitismus, von den Synagogenbesuchen der Bürgermeister bis zum Schweigen bei Anne Frank, all dieses bereits kleinlaut und formell gewordene Schuldgetue hat bloß die Funktion, sich zum rechten Patriotismus wieder das gute Gewissen zu machen, sofern es nicht bloße Reklame für amerikanische Foundations ist. Der Patriotismus in Deutschland ist so furchtbar, weil er so grundlos ist.
(Max Horkheimer, 1959)

Die einen demonstrieren gegen Flüchtlinge und die offene und solidarische Gesellschaft, die es nicht gibt. Die anderen halten sie hoch und werben für Verständnis mit den Geflüchteten. So unterschiedlich die Lager in Suhl auch erscheinen, in einem sind sie sich einig: Militante Faschisten, Nützlichkeitsrassisten, „besorgte Bürger“, Antisemiten, bekennende Christen, Sozialdemokraten, die ganze Zivilgesellschaft – alle wollen für Deutschland nur das Beste. Im Aufruf der NoSÜGIDA-Gruppe heißt es deshalb, man begrüße die Aufnahme von Flüchtlingen, weil man der Überzeugung sei, „dass unser Land gewinnt, wenn es auch weiterhin Flüchtlinge aufnimmt“. Die Nazis von SÜGIDA vertreten die diametral entgegengesetzte Position: Deutschland zahle für Menschen für deren Schutz es nicht verantwortlich sei und die lieber woanders sterben sollen. In moralischer Hinsicht sind die Nazis ihren Gegnern unterlegen, das Credo „Hauptsache für Deutschland“ bleibt das selbe. Dass eine kapitalistisch zugerichtete Gesellschaft nicht von ihrem nationalen Zwangskollektiv als identitärem Anker lassen, es je nach Standpunkt aber anders definieren möchte, ist nicht ungewöhnlich. Politisch verwerflich ist das (aus der Perspektive des von uns vertretenen linksradikalen Antifaschismus) überall, aber in Deutschland ist der Patriotismus angesichts der deutschen Vergangenheit und ihrer ungebrochenen Kontinuität in der Gegenwart nur umso widerlicher.

Produktionsverhältnis des Todes

Eine deutsche Besonderheit hat schon Karl Marx in seinen Frühschriften beschrieben: Bei der deutschen handelt es sich um eine nichtrevolutionäre Gesellschaft, die die Revolutionen, die andere Gesellschaften erkämpften, nicht, ihre Restaurationen sehr wohl mitvollzog. Marx spitzte diese Entwicklung mit den Worten zu, die Deutschen befänden sich in ihrer Geschichte „immer nur einmal in der Gesellschaft der Freiheit, am Tag ihrer Beerdigung.“ Bezogen etwa die Franzosen und die Amerikaner ihre nationale Identität in revolutionären Erhebungen gegen feudale Ordnungen, in den Idealen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, so stürzte in Deutschland der Obrigkeitsstaat erst auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges, um einige Jahre später in Hitlers Führerstaat und Volksgemeinschaft wiederaufzuerstehen. Diese deutsche Volksgemeinschaft fand zwischen 1933 und ’45 ihre Identität in einer anti-bürgerlichen Revolte gegen die kapitalistische Moderne. Ihr Antisemitismus identifizierte und verfolgte die unverstandene, abstrakte und als negativ empfundene Seite kapitalistischer Vergesellschaftung in den europäischen Juden. Noch heute ist das, also die Rationalisierung kapitalistischer Undurchsichtigkeiten in den handelnden „heimlichen Lenkern der Welt“, der Kern antisemitischer Ideologie. Die Deutschen fanden ihre innere Einheit und Identität erst in der fast vollständigen Vernichtung der europäischen Juden. Diesem Projekt der totalen Vernichtung wurde, je näher die Alliierten rückten, höchste Priorität eingeräumt und etwa wichtige Kapazitäten im Schienenverkehr nicht für die Unterstützung der Truppen, sondern die Transporte der Juden eingesetzt.

Das Symbol der französischen Revolution war der Sturm der Bastille 1789, das der deutschen die Wannsee-Konferenz 1944. In Auschwitz wurde nicht nur die Idee der einen Menschheit und die Hoffnung auf die Befreiung vom Joch kapitalistischer Ausbeutung zerstört; in den deutschen Vernichtungslagern rotteten die Deutschen nicht bloß Millionen Wehrlose aus, sie kamen zu sich selbst, offenbarten das Wesen dessen, was deutsch ist. Deutsch ist die konformistische Revolte gegen das bürgerliche Glücksversprechen, deutsch ist der antisemitische Furor, die Vernichtung um der Vernichtung willen. Das was deutsch ist, ist keine Mentalität, keine vererbbare Haltung zur Welt, deutsch ist das „Produktionsverhältnis des Todes“ (ISF), deutsch ist die zur Vernichtung schreitende Antwort auf die kapitalistische Dauerkrise, eine spezifische Form kapitalistischer Vergesellschaftung: die negative Aufhebung des Kapitals auf dessen eigener Grundlage. Die deutsche Gesellschaft verwandelte sich im Zeichen der Liquidierung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit, der Reintegration des Heeres an (deutschen) Überflüssigen, die der Kapitalismus produziert und der Krisenbearbeitung in ein Mordkollektiv undenkbaren Ausmaßes.[1] Dass dieses Land und seine Ideologie 1945 nicht zerstört und die Deutschen nicht umfassend entnazifiziert wurden, ist ein Versäumnis mit unabschätzbaren Folgen.

Solidarität mit Israel!

Der Nationalsozialismus lebt nach. Er lebt nach in den Verhältnissen, die ihn ermöglicht haben und die statt grundlegend revolutioniert, restauriert worden. Der Nationalsozialismus ist zwar militärisch besiegt, aber nie gänzlich bezwungen worden. Die Welt ist nach Auschwitz keine ganz andere – das hatten nicht wenige Überlebende als verzweifelte Hoffnung formuliert. Und auch die deutsche Ideologie ist nicht verschwunden, sondern hat sich in weiten Teilen, etwa was den Antisemitismus in Deutschland betrifft, transformiert und in anderen Erdteilen quasi epidemisch ausgebreitet.

Der Irrglaube, 70 Jahre nach dem Abbruch der Shoah sei der Antisemitismus als Teil der deutschen Leitideologie verschwunden, ist nicht bloß deshalb absurd, weil in Auschwitz nicht die Antisemiten, sondern die Juden vernichtet wurden. Die Antisemiten waren im neuen deutschen Staat wieder zu angesehenen Staatsämtern gekommen, ohne je wirklich zur Rechenschaft gezogen worden zu sein und ohne je ernst zu nehmende Anzeichen von Trauer, Schuld oder Sühne zu zeigen. Eine wirkliche Aufarbeitung der Vergangenheit, die die fortbestehenden Voraussetzungen für die faschistische Barbarei beseitigen müsste, fand nicht statt.

Die überlebenden Juden erkämpften sich mit Hilfe der Alliierten ihren eigenen Staat und wehren sich heute nach Kräften gegen das schlimmste deutsche Exportprodukt im Nahen Osten: den eliminatorischen Antisemitismus, der im Antizionismus seine postnazistische geopolitische Reproduktion erfahren hat. Die Solidarität mit Israel, mit dem Staatszweck des Zionismus, ist deswegen für Antifaschisten das Gebot der Stunde, ganz egal welche Regierung in Tel Aviv die Geschicke des Landes bestimmt. Ein solcher israelsolidarischer Antifaschismus bekämpft islamistische Mörderbanden wie Hamas und IS genauso wie die in Deutschland hervorgebrachten Formen eines modernen Antisemitismus nach Auschwitz. Dieser Antisemitismus hat sich grundlegend transformiert und tritt heute in diversen Formen etwa als Schuldabwehr-Antisemitismus, Antizionismus oder struktureller Antisemitismus in Erscheinung. Letzterer ist der Kern einer Bewegung, die sich im vergangenen Jahr gebildet hat. Die „Mahnwachen für den Frieden“ haben deutschlandweit (in Thüringen: Erfurt und zeitweise Jena) der antisemitischen Ideologie von der jüdischen Weltverschwörung wieder eine öffentliche Plattform verschafft und dazu beigetragen, dass sich Verschwörungsantisemitismus über soziale Netzwerke besser verbreitet als die Klatsch-News der Bild-Zeitung.[2] Unterstützt wurde diese Bewegung – das soll hier nicht verschwiegen werden – von einem Redner der Suhler Anti-SÜGIDA-Proteste, dem Weitersrodaer Schlossbesitzer und linken Liedermacher, Florian Ernst Kirner, auch bekannt als Prinz Chaos II.

Während an der deutschen Basis der Antisemitismus fröhlich Urstände feiert, flankiert von einer deutschen Linken, die vom Antisemitismus nichts begreifen will, steht die Bundesregierung mehr schlecht als recht an der Seite Israels, was nicht nicht heißt, dass führende SPD-Politiker, wie der Vize-Kanzler Sigmar Gabriel nach einem Besuch in den Palästinensergebieten 2012, Israel nicht auch mal als Apartheid-Regime bezeichnen kann. Die selbstauferlegte Zurückhaltung der deutschen Regierung gegenüber Israel bröckelt. Im Hinblick auf den Streit des israelischen Staates mit der islamischen Republik Iran und dessen atomarem Vernichtungsprogramm verheißt das nichts Gutes.

Blitze in den naiven Volksboden

Die in Deutschland von den alliierten Siegermächten installierte parlamentarische Demokratie trägt als Geburtsmal die Vernichtung des europäischen Judentums. Der Staat des Grundgesetzes machte sich die Gemeinschaft der Nürnberger Gesetze und der Wannsee-Konferenz zum Staatsvolk. 70 Jahre später mögen die Täter beinahe verschwunden sein, mit ihrer Ideologie wurde letztlich nicht gebrochen. Wie die zwangsdemokratisierten Deutschen reagieren, wenn sie einige tausend Flüchtlinge im Land des Überflusses ertragen müssen, erleben wir jeden Montag in Suhl. Die Flüchtlinge sollen woanders krepieren, weil sie in Deutschland einerseits nicht zur Verwertung taugen und andererseits die Verwertungsbedingungen der deutschen Arbeitskräfte durch Konkurrenz verschärfen könnten. Die Antwort der besorgten Bürger im Kampf für die Abschottung der Armen der Welt heißt Rassismus und dieser ist, das zeigen jüngere Erhebungen, heute durchaus mehrheitsfähig in weiten Teilen Ostdeutschlands. Das Produktionsverhältnis des Todes bringt nunmal entsprechende Sozialcharaktere hervor, von denen ohne den Befehl von oben immer nur ein Bruchteil auf die Straßen geht. Überall wo der Putz der alliierten Zwangsdemokratisierung bröckelt, kommt die hässliche Fratze des deutschen Wesen, der Kampf gegen vermeintliche „Volksschädlinge“, zum Vorschein, das nie durch Entnazifizierung und Re-education zerstört werden konnte und das die Rückkehr zur deutschen Barbarei denkbar macht, weil die Bedingungen fortbestehen, die sie einst ermöglichten.

Und so sind die Deutschen, die nicht ablassen wollen solche zu sein, immer eine Bedrohung für die Welt. Auch wenn sie gerade nicht mordend und brandschatzend Europa in Trümmer legen. In Griechenland zermürbt die von Deutschland geführte Troika heute die griechische Gesellschaft ohne Militär durch einen „Wirtschaftskrieg“ (Konicz). Und da wo sie ihre Interessen nicht vermittels ökonomischer Repressalien durchsetzen können, steht zu befürchten, dass das alte Bündnis aus Mob und Elite die Deutschen wieder als das entblößt, was nur durch alliierte Bomberflotten und Panzerverbände zu brechen war: das Mordkollektiv im Wartestand, gegen das überall Widerstand zu organisieren, Sache von Antifaschisten ist. Dieser Antifaschismus ist antideutsch oder er hat seinen Gegenstand nicht begriffen.

Was bleibt, ist die heute fast grundlose Hoffnung darauf, dass, und sei es durch eine List der Vernunft oder die Hilfe des Auslands, die von Marx beschworene Emanzipation der Deutschen zu Menschen doch noch gelingen werde, weil „der Blitz des Gedankens gründlich in diesen naiven Volksboden“ einschlägt. Bisher wuchert auf diesem naiven Volksboden nur der Hass und die Borniertheit, dem wohl auch die Liebe zum Vaterland entspringt. Solcher Spinnerei sind die nüchternen Worte Wolfgang Pohrts entgegenzuhalten, wonach „sich zwar niemand das Land, in dem er geboren, und die Sprache, in der er erzogen wird, aussuchen kann. Die Entscheidung aber, jene Zufallsbedingungen, denen er seine Existenz verdankt, zu schätzen oder zu verfluchen, steht jedem frei. Wer Gründe findet, ausgerechnet dieses Land zu schätzen, soll sie nennen. Wer keine findet und trotzdem liebt, soll schweigen, was jemanden im Innersten seines Herzens bewegt, geht uns nichts an.“

[1] Zum besseren Verständnis bzw. zur Vertiefung empfehlen wir: Mario Möller: Zum Gegenstand antideutscher Kritik. Oder: Was ist deutsch? Erschienen in: Bonjour Tristesse #8 & #9: http://bit.ly/1vTKWSr & http://bit.ly/1zvEQsU

[2] Zur Vertiefung verweisen wir auf einen unserer Redebeiträge, gehalten am 7. November 2014 in Erfurt: http://agst.afaction.info/index.php?menu=news&aid=670

Den Flyer als PDF-Datei gibt es hier.

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Suhl: Alles wie gehabt beim siebten SÜGIDA-Aufmarsch http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-alles-wie-gehabt-beim-siebten-suegida-aufmarsch/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-alles-wie-gehabt-beim-siebten-suegida-aufmarsch/#comments Sat, 07 Mar 2015 12:35:22 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/03/07/suhl-alles-wie-gehabt-beim-siebten-suegida-aufmarsch/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Nun schon zum siebten Mal versammelte sich, begleitet von Gegenprotesten, am Montag in Suhl ein Mob aus Neonazis und anderen Rassisten aus ganz (Süd-)Thüringen, um unter dem Label SÜGIDA ihren Menschenhass auf die Straße zu tragen. In der Form vielleicht eines der letzten Male in Suhl, denn Ankündigungen von SÜGIDA zufolge will man in Zukunft thüringenweit unter dem Namen THÜGIDA auftreten.

Naziaufmarsch

Nach einem rasanten Anstieg der Teilnehmerzahlen zum zweiten SÜGIDA-Aufmarsch im Vergleich zum ersten gab es bei den darauf folgenden Veranstaltungen eine Tendenz hin zu sinkender Beteiligung. Mit einer Teilnehmerzahl von 250-300 kamen in dieser Woche etwa so viele Sügidisten zusammen, wie bereits die Woche zuvor. Auch was den Ablauf betraf, unterschied sich die Zusammenkunft unwesentlich von den vorangegangenen Wochen. Bereits vor einigen Wochen gelangten wir zu dem Urteil, dass es für die Organisatoren schwierig geworden zu sein scheint, Redner zu finden, die es vermögen, ihren diffusen Rassismus in allgemein verständliche Worte zu fassen. Das scheint sich zunehmend zu bestätigen. So sprach nach einem als älteren Herr aus Hessen angekündigten Redner wieder – nunmehr zum vierten Mal – David Köckert aus Greiz. Aus Unvermögen, die Redezeit mit Inhalten zu füllen, entschied man sich diese Woche, eine Schweigeminute abzuhalten, genauer: eine „Gedenkminute für deutsche Opfer durch Ausländerkriminalität“. Diese dürfte, in Anbetracht der Statistiken und Zahlen dazu, reichlich kurz ausgefallen sein. Dass die Teilnehmerzahlen stetig sinken, müssen sich nun wohl auch die Organisatoren von SÜGIDA eingestehen. Nachdem sie die Zahlen in den letzten Wochen übertrieben hoch gelogen haben, reagieren sie nun auf den Teilnehmerschwund mit der Ankündigung die Montagsmärsche unter dem Namen THÜGIDA auf ganz Thüringen auszuweiten und dabei in stetig wechselnden Orten stattfinden zu lassen, wie es Köckert zum Ende seiner Rede ankündigte.

Den Abschluss der SÜGIDA-Kundgebung bildete wieder das Singen des Deutschlandliedes in allen drei Strophen, diesmal begleitet von einer Aufnahme des Schlagersängers Heino aus dem Jahre 1977, geeignet um zu verdeutlichen, welche vermeintliche Hochkultur des Abendlandes hier zu verteidigen gewollt ist. Der Demonstrationszug setzte sich gegen 19.45 Uhr in Bewegung. Zum ersten Mal zog man in dieser Woche, begleitet vom nass-kalten Schneeregen, in die Suhler Aue, wohl in der Hoffnung im durch sozialistische Stadtplanung gezeichneten Wohngebiet auf mehr Zuhörer zu treffen, als man sie beim Marsch durch menschenleere Straßen in Richtung Busbahnhof antrifft.

Gegenproteste

Den Auftakt der Gegenproteste bildete wieder eine vom NoSügida-Bündnis angemeldete Kundgebung auf dem Suhler Markt, die mit einem Friedensgebet startete. Hier versammelten sich knapp über 100 Menschen, die, wie bereits die Woche zuvor, gemeinsam in einem angemeldeten Demostrationszug vor das Congress-Centrum-Suhl (CCS) zogen, wo sie direkt gegenüber des Platzes der deutschen Einheit lautstarken Protest äußerten und vor dem Losmarsch der SÜGIDA-Demonstration sogar kurzzeitig die Straße davor blockierten, bevor sie schleunigst von der Polizei wieder zurück auf die Treppen des CCS verwiesen wurden.

Ein paar Dutzend Antifaschisten versammelten sich indes wieder spontan oberhalb des Platzes der deutschen Einheit, vor dem Hotel Thüringen, um die SÜGIDA-Kundgebung von einer zweiten Seite aus zu stören. Hier wurde auch ein Flyer verlesen, der die laut gemachte Forderung „Nie wieder Deutschland“ inhaltlich begründete und wie er bereits auf dem Marktplatz verteilt wurde. Der Versuch, die Sprechchöre durch ein Megafon zu verstärken und Köckerts verbalen cholerischen Anfall und andere SÜGIDA-Reden stärker zu übertönen, scheiterte am Unwillen der Polizei. Diese untersagten mit Sorge um die Demonstrationsfreiheit der Sügidisten den Einsatz eines Megafons, auch im Falle einer Anmeldung der spontanen Zusammenkunft als Kundgebung.

Fazit

Auch ohne Megafon und trotz der widrigen Wetterumstände konnte die SÜGIDA-Auftaktkundgebung wieder von zwei Seiten gestört werden. Wie es mit SÜGIDA weiter geht bzw. ob sich die Ankündigungen bewahrheiten und in den nächsten Wochen der rassistsiche Mob auch durch andere, wechselnde Thüringer Orte zieht, wird sich zeigen. Sicher ist aber: Wir werden auch dann nicht davon lassen, dem sich fast allwöchentlich versammelnden Mob aus Rassisten den „Abendspaziergang“ zu vermiesen. Weitere Infos dazu folgen, wie immer, auf: http://fucksuegida.blogsport.de/

Bilder

nosuegida protest suhl

rassistische ängste ernst nehmen suhl antifa gegenprotest fuck sügida

protest suhl nosügida

nazis suhl sügida polizei

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Einen Stadtplan findet ihr hier: klick.
Es wird vor Ort einige ausgedruckte Exemplare geben, jedoch empfiehlt es sich schon eine Karte mitzuführen.

Infotelefon:

Es wird dieses Mal nur ein Infotelefon geben, und zwar das vom Fuck Sügida-Bündnis. Die Nummer lautet: 0152 – 169 600 97
Hier könnt ihr aktuelle Infos weitergeben oder bekommen.

Aktionsticker:

Nutzt den Hashtag #nosügida für Twitter und Facebook.

Bisher bekannte Informationen:

- Die Nazis mobilisieren für 18:30 auf den “Platz der deutschen Einheit” (C3-D3)
- Der Aufmarsch soll 20:00 starten
- Die Route der Nazis hat sich geändert. Vermutlich laufen die Nazis durch das Wohngebiet Aue. Eine wahrscheinliche Route könnte über die Würzburgerstraße bis Ecke Auhammerweg, über Auenstraße zurück auf die Würzburgerstraße sein.
- es wird vom Marktplatz eine Demonstration von No Sügida zum CCS geben

Gemeinsame Anreise:

- Jena: Treffpunkt 15:30 am Westbahnhof (Abfahrt: 15:39)
- Weimar: Abfahrt 15:58 Gleis 4
- Erfurt: Abfahrt 16:49 Gleis 8a

Bezugsgruppen:

Reist in Bezugsgruppen an und versucht aufeinander aufzupassen. Einen Reader mit hilfreichen Tipps gibt es hier: Teil 1 & Teil 2

Repression:

Bei Repressionen im Nachgang von Aktionen gegen SÜGIDA, wendet euch an die Rote Hilfe Südthüringen.
Zum Umgang mit Cops und Repression hier einige hilfreiche Tipps.
Keine Aussage bei Cops oder anderen Staatsdienern!

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Suhl: Proteste von zwei Seiten gegen den sechsten Sügida-Aufmarsch http://fucksuegida.blogsport.de/2015/02/26/suhl-proteste-von-zwei-seiten-gegen-den-sechsten-suegida-aufmarsch/ http://fucksuegida.blogsport.de/2015/02/26/suhl-proteste-von-zwei-seiten-gegen-den-sechsten-suegida-aufmarsch/#comments Thu, 26 Feb 2015 13:14:22 +0000 Administrator Allgemein http://fucksuegida.blogsport.de/2015/02/26/suhl-proteste-von-zwei-seiten-gegen-den-sechsten-suegida-aufmarsch/

Quelle: Antifa Suhl/Zella-Mehlis

Auch zum sechsten Sügida-Aufmarsch zogen am Montag, dem 23. Februar 2015, Nazis und andere Rassisten durch Suhl. Dieses Mal gab es eine kleine Demonstration vom NoSügida-Bündnis und Proteste von zwei Seiten gegen die Sügisten auf dem Platz der deutschen Einheit. Die Tendenz, dass sowohl SÜGIDA als auch NoSÜGIDA die Teilnehmer weglaufen, hielt an.



Naziaufmarsch

Der sechste Sügida-Aufmarsch stand unter dem Motto: Gegen Polizeiwillkür und Gewalt. Ersteres ist eine Folge der Bekanntgabe der Organisatoren um Yvonne Wieland und Tommy Frenck, dass ihre Veranstaltung am 16. Februar auf Grund angeblichen Polizeinotstandes ausfallen müsse, was sich allerdings im Nachhinein als Märchen heraus stellte. Auch dieses Mal verloren die Nazis weiter an Zulauf. Es kamen ca. 300 Rassisten auf dem Platz der deutschen Einheit zusammen.

Insgesamt lief es genauso ab, wie die letzten Male. Es gab verschiedene Redner, u.a. David Köckert aus Greiz, der über die angeblich umgreifende Gewalt und Kriminalität im Umfeld von Asylbewerberheimen sprach. Dass er damit Angriffe auf diese Heime von Nazis und anderen Deutschen meint, ist unwahrscheinlich. Danach liefen sie wieder mit einem Demonstrationszug durch die Stadt, wobei man hier merkte, dass auch bei den Nazis langsam die Luft raus ist. Das scheint einige Teilnehmer immer mehr und mehr zu frustrieren. Sichtbar daran, dass sie sich nicht mehr so leicht an die Kette nehmen lassen. Der Nazischläger Marcus Russwurm etwa lief Patrouille durch die bürgerliche Gegendemo auf der Suche nach Leuten, die mit ihm Streit anfangen. Auch das wiederholte Zeigen des Hitlergrußes, das Verwenden eines Transparentes einer verfassungswidrigen Organisation und das Mitführen eines Messers verdeutlicht diese Tendenz.

Proteste

Dieses Mal fing der Protest schon in der Nacht vom 22. zum 23. Februar an. In dieser Nacht hingen Antifaschist_innen am Suhler Viadukt ein Transparent mit dem Hinweis auf die Fuck-Sügida-Kampagne auf. Dieses wurde leider schon am folgenden Mittag vom Ordnungsamt, mit Hilfe der Feuerwehr, abgenommen. Weiter ging es 17:45 Uhr mit einem Friedensgebet in der Hauptkirche. Ob die Anrufung eines Gottes eine wirksame Form des Protestes gegen Rassismus ist, lässt sich bezweifeln, „denn die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik!“ (Punkt 8 des Fuck-Sügida Positionspapier) Danach fand 18 Uhr auf dem Marktplatz die Kundgebung mit ca. 100 Teilnehmer_innen des NoSügida-Bündnisses statt. Hier spielte ein Liedermacher und es sprachen Landolf Scherzer und Bürgermeister Klaus Lamprecht. Mit Scherzer, ein Dietzhäuser (Dietzhausen: Kaff bei Suhl) Schriftsteller, wollte man wohl ein wenig Lokalprominenz auffahren. Dieser „glänzte“ mit seinen Spanischkenntnissen („No pasarán“ und „Venceremos“), rief seine Schriftstellerkollegen in einem Brief dazu auf, sich Fremdenfeindlichkeit in den Weg zu stellen und ihre signierten Bücher an das Buchhaus Suhl zu schicken, die da dann verkauft werden können. Der Erlös soll an die humanitäre Flüchtlingshilfe Thüringen und an das Nazi-Aussteiger Programm Exit gehen. Nach den Reden und der Musik startete eine kurze Demonstration durch die Innenstadt zum CCS, wo wieder ein Bürgerforum stattfinden sollte. An runden Tischen versammelten sich Politiker_innen, die sich den „besorgten“ Bürgern mit ihren Fragen stellen wollten. Insgesamt fand das wenig Anklang. Auch vor dem CCS versammelten sich wieder Protestierende, die die Nazis mit Pfeifen und „Wir sind bunt“-Rufen nerven wollten.

Zur gleichen Zeit kamen Antifaschist_innen oberhalb des Platzes der deutschen Einheit, vor dem Hotel Thüringen, zusammen, um die Nazis unter anderem mit dem Motto des Fuck-Sügida-Bündnisses („Es lebe der Verrat an Vaterland und Staat“) zu stören.

Nach dem die SÜGIDisten ihre Demonstration gestartet hatten, vermieste eine kleine Gruppe Antifas an der Naziroute ihnen noch ein wenig ihren „Spaziergang“.

Ein besonderes „Highlight“ des Abends, war ein stattfindender „Dialog“ zwischen NoSügida und Sügida. Der Anmelder von Sügida und Gegendemonstranten diskutierten über Lautsprecher miteinander, während die Nazidemo noch am Laufen war. Was der Inhalt der Diskussion war, können wir nicht sagen, jedoch das Ergebnis erahnen: Es kam nichts bei raus. Solche Diskussionen liegen dem Irrtum auf, dass man Rassismus mit rationalen Argumenten beikommen könnte, da Rassisten nur ein Mangel an Informationen über Flüchtlinge und ihre Fluchtgründe hätten. Dass Rassismus ein notwendig gesellschaftliches Verhältnis ist, dem man nur ein Ende machen kann, in dem der Kapitalismus abgeschafft wird, versteht man dabei nicht (vgl. Punkt 2 und 3 des Fuck-Sügida Positionspapieres).

Fazit

Auch diesmal waren es wieder weniger SÜGIDisten, aber leider auch wieder weniger Gegendemonstrant_innen geworden. Das Kräfteverhältnis wird immer schlechter und es bleibt abzuwarten, wann aus den sinkenden Teilnehmerzahlen bei den Nazis soviel Frust aufsteigt, dass sie nicht mehr so „friedlich“ bleiben und es dann auch mal zu handfesten Auseinandersetzungen auf Seiten der Schlägernazis kommt. Hoffen wir, dass es sich einfach bald im Sand verläuft und man montags wieder was Sinnvolleres machen kann – wie beispielsweise in Erfurt eine Abschiebung zu verhindern.

Bilder

Fuck Sügida Transparent Vidaukt Suhl

Sügida Gewalt Nazis Fuck Sügida

Fuck Sügida Nazis Suhl

Nazis Suhl Fuck Sügida

Fuck Sügida Nazis Suhl

Nazis Suhl Fuck Sügida

Antifa Suhl Protest Fuck Sügida

Nazis Suhl Fuck Sügida

Nazis Suhl Fuck Sügida

Antifa Suhl Protest Fuck Sügida

Protest Suhl Sügida

Nazis Suhl Fuck Sügida

Nazis Coburg Fuck Sügida Suhl

Nazis Suhl Fuck Sügida

Nazis Suhl Fuck Sügida Europäische Aktion Gärtlein

Nazis Kloster Veßra Volksdtod vorantreiben

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